vollständiger Artikel SpektrumKLIMAWANDEL
Tropisches Regenband auf Nordkurs
Julian P. Sachs und Conor L. Myhrvold
Die meisten Niederschläge auf der Erde fallen in einem schmalen Gürtel nahe dem Äquator. Synchron zur Erderwärmung ist diese tropische Starkregenzone in den vergangenen 200 Jahren deutlich nach Norden gewandert. Mit zunehmendem Klimawandel dürfte sie sich noch weiter vom Äquator entfernen – mit dramatischen Folgen für die Landwirtschaft der Entwicklungsländer in den Tropen.
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Das Hauptniederschlagsgebiet unseres Planeten liegt in den Tropen, wo es sich wie ein Gürtel um den Erdball zieht. Dieser wandert im Jahresverlauf, dem Stand der Sonne folgend, nach Norden oder Süden. Der Bereich, in dem er sich bewegt, heißt fachsprachlich innertropische Konvergenzzone (ITCZ).
Jede Erwärmung oder Abkühlung der Erde durch Treibhausgase oder durch eine Änderung der Sonnenintensität kann die Lage dieses Regenbands beeinflussen, das den Niederschlag für die Landwirtschaft in den Tropen liefert. Seine Position spielt auch eine entscheidende Rolle für die Monsune Ostasiens, Afrikas und Indiens. Eine permanente Verlagerung würde die Lebensbedingungen in den Tropen daher drastisch beeinflussen – mit weltweiten Folgen. Zudem hätte sie Auswirkungen auf die Stärke und Dauer der Wirbelsturmsaison im Atlantischen, Pazifischen und Indischen Ozean.
Bis vor Kurzem wussten Klimaforscher nicht, ob die Spanne, in der sich die Bandmitte derzeit über das Jahr hinweg bewegt – zwischen 3 und 10 Grad Nord über dem Pazifik –, mit der in früheren Zeiten übereinstimmt. Unsere Untersuchungen lieferten nun jedoch Informationen über die Position der ITCZ seit dem Jahr 800 n. Chr. Demnach hat sie sich in den letzten vier Jahrhunderten um fünf Grad nach Norden verlagert, was immerhin rund 550 Kilometern entspricht. Schon eine relativ geringe Zunahme der Temperatur kann die Regenfälle in den Tropen also erheblich beeinflussen.
Auch Vorhersagen sind nun möglich – etwa über die weitere Verlagerung der ITCZ bei fortgesetzter Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts. Daraus ergeben sich Prognosen für die Regenfälle in den äquatornahen Zonen der Erde und für die Niederschlagsmenge in höheren Breiten Asiens und Mittelamerikas sowie im Südwesten der USA. Einige Gegenden profitieren wahrscheinlich, aber viele andere werden sich wohl auf Dürren einstellen müssen.
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Zu den Gebieten, die neu in der ITCZ lägen und mehr Niederschlag abbekämen, zählen El Salvador und Teile der Philippinen. Dafür würden die feuchten Gebiete im nördlichen Indonesien, in Malaysia, den südlichen Philippinen, Mikronesien, [hil]Thailand[/hil] und Kambodscha aus dem Regenband herausfallen. Inwieweit ein stärkerer Monsun die dadurch ausbleibenden Niederschläge kompensieren könnte, ist eine offene Frage. Generell dürften diese Länder aber trockener werden. Pflanzenarten, die für die heutigen Wachstumsbedingungen ideal geeignet sind, würden nicht länger gedeihen. Kaffeepflanzen zum Beispiel brauchen – ähnlich wie Weinreben – zu Beginn der Wachstumsperiode viel Regen. Um verwertbare Bohnen zu entwickeln, benötigen sie insgesamt mehr als 1800 Liter pro Quadratmeter.
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In allen genannten Gebieten wäre auch die Subsistenzwirtschaft der Landbewohner betroffen. Als Folge käme es zu einer massiven Abwanderung in die Städte, wo zusätzliche Elendsviertel entstünden. Der Mangel an lokal erzeugten Lebensmitteln müsste durch teure Einfuhren ausgeglichen werden.
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Sichere Vorhersagen erfordern noch einige Arbeit. Die früheren und heutigen Muster der Regenfälle in den Tropen lassen sich am Computer bisher nicht präzise simulieren. Erst wenn Klimamodelle, welche Daten von Sedimentbohrkernen und anderen Quellen berücksichtigen, die in der Vergangenheit und Gegenwart beobachtete Niederschlagsverteilung exakt reproduzieren, lassen sich wirklich handfeste Prognosen erstellen. Unsere Kollegen an der University of Washington und andernorts arbeiten daran.
Wir hingegen werden weiterhin Sedimente von tropischen Inseln innerhalb der ITCZ sowie nördlich und südlich davon untersuchen, um die Position des Regenbands während des letzten Millenniums noch genauer zu bestimmen – als Basis für immer bessere Abschätzungen, wo die Niederschlagszone künftig verlaufen wird.
Klimawandel: Thailand mit weniger Regen?
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hippo
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Klimawandel: Thailand mit weniger Regen?
Ist allemal interessant. Sieht allerdings für Thailand nicht sehr gut aus. Obwohl es uns eigentlich nicht mehr direkt zu interessieren braucht.
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catweazle
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Re: Klimawandel: Thailand mit weniger Regen?
vorletzte regenzeit ist bei uns fast ganz ausgefallen, da mussten wir den teich fuer unsere gartenpumpe 2 meter tiefer legen








....es geht auch anders.
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Tramaico
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Re: Klimawandel: Thailand mit weniger Regen?
Hier in Bangkok hat sich die Regenzeit seit Februar 2010 nie vollends zurueckgezogen. Seit dem scheint sich der Regen einen Teufel darum zu scheren, welche Jahreszeit wir eigentlich haben sollten. Alle drei Jahreszeiten an einem einzigen Tag sind keine Seltenheit mehr. Wenn der Trend anhaelt, koennten wir das Wort "Jahreszeit" auch ganz aus dem Sprachgebrauch streichen.catweazle hat geschrieben:vorletzte regenzeit ist bei uns fast ganz ausgefallen, da mussten wir den teich fuer unsere gartenpumpe 2 meter tiefer legen
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Samuianer
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Re: Klimawandel: Thailand mit weniger Regen?
catweazle hat geschrieben:vorletzte regenzeit ist bei uns fast ganz ausgefallen, da mussten wir den teich fuer unsere gartenpumpe 2 meter tiefer legen
Fuer Selbstabholer kostenlos!

Das Chaweng Reservoir, einen Tag davor, Sonntag der 27. maerz 2011...

.... Mittwoch der 29.Maerz...




... gute 40 cm in der Hotel Lobby, beide Hotels vollbesetzt, allein der Inhalt der Tiefgarage, drittes Bild Einfahrt recht oberhalb von dem blauen Jetski, duerfte fuer deinen "Garten" das ganze Jahr gereicht haben....

...und wegen der unzaehligen ausgefallenen, gestrichenen Fluege - voll Belegung 110 Zimmer, kein Strom, Genearator geflutet, Schaltschraenke geflutet - alles platt, folgenden Sonntag war als waere nichts gewesen!
am 29.3. am Strand aufgenommen:

Zuletzt geändert von Samuianer am 21.04.2011 10:08, insgesamt 3-mal geändert.