Buddhismus Staatsreligion?
Verfasst: 25.10.2015 08:18
Will sich jetzt der thailändische Buddhismus etwa auch in die radikalen Religionen einreihen?
WochenblitzBuddhismus soll Staatsreligion werden
Thailand - Wenn es nach dem Wunsch mehrerer buddhistischer Gruppierungen geht, soll die neue Verfassung einen Artikel enthalten, wonach der Buddhismus in Thailand Staatsreligion wird. Mit einem entsprechenden Vorstoß waren die Gruppierungen nach dem Putsch 2006 gescheitert.
Die buddhistischen Gruppierungen erklärten, dass sie diesmal friedlich dafür Sorge tragen wollten, dass die bislang säkulare Verfassung in ihrer neuen Version den Buddhismus zur Staatsreligion erklärt. Als dieser Vorstoß 2007 von der von den Putschisten eingesetzte Militärregierung unter General Surayud Chulanont abgelehnt wurde, gab es von Mönchen wütende Proteste vor dem Regierungssitz.
Korn Medee, Sekretär des Komitees zur Förderung des Buddhismus als Staatsreligion, beschwerte sich darüber, dass bislang keine Regierung Interesse an der Religion gezeigt habe, was seiner Meinung nach zu einem Niedergang des Buddhismus in Thailand führe.
Auch wenn die von den Putschisten ausgearbeitete Verfassung 2007, die durch den Putsch 2014 außer Kraft gesetzt wurde, festschrieb, dass der Buddhismus eine Sonderstellung hat und durch den Staat geschützt werden müsse, ist das den Gruppierungen zu wenig. Sie verlangen, dass im Rahmen der Staatsreligion Verstöße gegen diese mit schweren Strafen geahndet werden. So sollen beispielsweise auffällige Mönche, die der Religion Schaden zufügen, ins Gefängnis.
Korn sagte, seine Gruppierung wolle „die verfälschten Formen des Buddhismus ausradieren. Dazu gehört die Kommerzialisierung des Buddhismus und das Benutzen von Hindu-Statuen in buddhistischen Tempeln.“ Korn behauptete gleichzeitig, dass dies nicht bedeute, dass die Rechte anderer Religionen eingeschränkt werden.
Der buddhistische Gelehrte Vichak Panich sagte, dass die Stärkung des Buddhismus in der Gesetzgebung dazu führen wird, dass Thailand ein semi-religiöser Staat werde.
„Dem Staat wird es ermöglicht, das als ein Werkzeug zu benutzen, um sich selbst gewissermaßen heilig zu sprechen, ähnlich wie es beim Majestätsbeleidigungsgesetz der Fall ist“, sagte er und fügte hinzu, dass, falls die Bewegung erfolgreich ist, ganz sicher eine Reihe von Gesetzen folgen werden, die die Freiheit und die Menschenrechte verletzen.