Vorsicht vor "gekauften" Aufenthaltsgenehmigungen

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Udonexpat
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Vorsicht vor "gekauften" Aufenthaltsgenehmigungen

#1

Beitrag von Udonexpat »

Ein guter alter Bekannter und jahrelanger Weggefährte von mir erfüllte leider nicht die Voraussetzungen für eine Jahres-Aufenthaltserlaubnis für Thailand.
Er hatte weder genügend Geld auf dem Sparbuch, noch eine Rente in Höhe von monatlich umgerechnet 65.000 Baht. (Wobei sich hier für mich immer die Frage stellt, warum man von einem Immigranten einen wesentlich höheren monatlichen Rentenbezug verlangt, als der Durchschnitts-Thai im Monat überhaupt verdient).
Während des Berufslebens hat der selbständig tätige Bekannte immer etwas geringschätzig auf mich herab geschaut, dass ich Beiträge in die seiner Meinung nach marode Rentenversicherung einzahle. Nun habe ich aber nach 50 Jahren Beitragszahlung eine sehr gute Rente und er nicht.

Seine letzten 3 Aufenthaltsgenehmigungen für Thailand hat er sich dann für je 20.000 Baht über einen Mittelsmann beschaffen lassen müssen.
Danach hatte er Im Paß jeweils einen original Stempel der Immigration, der normalerweise für 1.900 Baht zu haben ist. Diesen hat er gerne stolz herumgezeigt.
Im vergangenen Jahr wurde mein Bekannter von einem Sonderermittlungsteam der Thailändischen Polizei aus Bangkok verhaftet - wegen Visabetruges.
Zeitgleich hatte man auch die Unterzeichnerin seines Visas bei der Immigration suspendiert. Meinem Bekannten drohte eine Mehrjährige Haftstrafe wegen Visavergehens.
Seinem Anwalt gelang es zum Glück, eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung von 1.000.000 Baht und anschliessender Ausweisung aus Thailand auszuhandeln.
Ich habe ihm seinerzeit sein Auto weit über dem Marktwert abgekauft, damit er den Betrag bezahlen konnte. Nun lebt er wieder in Nürnberg und hat zeitlebens Einreiseverbot nach Thailand.

Tatsache ist leider, dass solche Visa über die Hintertüre weiter angeboten werden, wie ich gestern erst erfahren konnte.
Jeder Gutgläubige sollte sich darüber im Klaren sein, dass er bei solch einem Visa mit einem Bein im Gefängnis steht.
Ich möchte deshalb an dieser Stelle ausdrücklich davor warnen, solch ein verlockendes Angebot anzunehmen!!
Ob im Falle meines Bekannten die unterzeichnende Beamtin wirklich zur Rechenschaft gezogen wurde, kann man nur vermuten.
Interessant in dem Zusammenhang, dass man sich für den Vermittler gar nicht interessiert hat. Nur die Visumsgeber und der Visumsnehmer haben die Ermittler interessiert.
Die wurden übrigens - das konnte der Anwalt einsehen - auf Grund einer telefonisch geäußerten Vermutung, dass die entsprechende Beamtin solche Art von Visa austelle, in Gang gesetzt.
Könnte man eigentlich auch unter "Amazing Thailand" einstellen!

Wer die Voraussetzungen für eine Jahres-Aufenthaltserlaubnis nicht erfüllt, sollte entweder die (legale) Kombination mit (multiple) Touristenvisa und eben dem dann erforderlichen Visarun nutzen, oder besser zu Hause bleiben. Für meinen Bekannten war der Tag, an dem er nach 2 Monaten Gefängnis in Bangkok in das Flugzeug nach Deutschland verbracht wurde, der angeblich schönste Tag seines Lebens!
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hippo
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Re: Vorsicht vor "gekauften" Aufenthaltsgenehmigungen

#2

Beitrag von hippo »

Während des Berufslebens hat der selbständig tätige Bekannte immer etwas geringschätzig auf mich herab geschaut, dass ich Beiträge in die seiner Meinung nach marode Rentenversicherung einzahle.
Ja, solche Leute kennt wohl jeder. Aber bei denen kommt bei mir eigentlich wenig Mitleid auf. Altes Sprichwort: Jeder ist seines Glückes Schmied.
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Hancock
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Re: Vorsicht vor "gekauften" Aufenthaltsgenehmigungen

#3

Beitrag von Hancock »

Seinem Anwalt gelang es zum Glück, eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung von 1.000.000 Baht und anschliessender Ausweisung aus Thailand auszuhandeln.
Ich habe ihm seinerzeit sein Auto weit über dem Marktwert abgekauft, damit er den Betrag bezahlen konnte. Nun lebt er wieder in Nürnberg und hat zeitlebens Einreiseverbot nach Thailand.
Dolle Wurst! :sad:
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ChangLek
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Re: Vorsicht vor "gekauften" Aufenthaltsgenehmigungen

#4

Beitrag von ChangLek »

............. :kopfhau: das sich die ohnehin cruden Visabestimmungen durch solche Escapaden in absehbarer Zeit nicht lockern werden liegt hier wohl auf der Hand............. :help:

............ ;-D na ja, in Nürnberg hat er jetzt mehr Zeit und Muße öfter einen Gewedelten zu verspachteln - der schmeckt auch ohne Pla-Ra nach Fisch.............. :lachen: :lachen: :lachen:

..............Gewedelter: http://www.mein-mitteilungsblatt.de/lau ... d1344.html macht auch Durst............. :anstoss:
...wenn Du wissen willst wer Du bist, dann vergiß was man Dich lehrte zu sein... :wai:
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Khun Han
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Re: Vorsicht vor "gekauften" Aufenthaltsgenehmigungen

#5

Beitrag von Khun Han »

Es freut mich Beiträge aus Udon zu lesen, die vor dem Absenden über die Vorschau und womöglich ein Rechtschreibeprogramm gelaufen sind. Danke an Udonexpat - ich lese immer: Udonexpert! :-) Es gibt übrigens einen Thread "meine kurze Vorstellung", obwohl da seit fast 2 jahren niemand was geschrieben hat.
Ceterum censeo wasum esse del.
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Re: Vorsicht vor "gekauften" Aufenthaltsgenehmigungen

#6

Beitrag von Udonexpat »

[quote="Khun Han";p=57634]Es freut mich Beiträge aus Udon zu lesen, die vor dem Absenden über die Vorschau und womöglich ein Rechtschreibeprogramm gelaufen sind. [/quote]

Danke für's Lob, aber ich schreibe immer drauf los und stelle es gleich nach der Vorschau ein. Später sehe ich dann schon den einen oder anderen Fehler, aber ich möchte aus dem Forum keine Wissenschaft machen. Habe über 2 Jahre nur still mitgelesen und will nun mal ein wenig von meinen Erfahrungen einbringen. :-)
Udonexpat ist richtig, Udonexpert eher nicht, da ich gesundheitlich bedingt eigentlich die meiste Zeit zu Hause verbringe!
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DisainaM
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Re: Vorsicht vor "gekauften" Aufenthaltsgenehmigungen

#7

Beitrag von DisainaM »

wer die monatlichen Rentenbezüge in Thailand nicht hat,
organisiert sich rechtzeitig eine regelmässige monatliche Überweisung vom Konto seiner Schwester in Deutschland,
auf sein Konto in Thailand.
Mit einer Bestätigung seiner Schwester, dass er Anspruch auf monatliche Zahlungen hat,
und den letzten 12 Banküberweisungen, fährt er nach Pattaya zu Konsul Hofer,
und lässt sich eine Konsularbescheinigung ausstellen,
dass er über monatliche Geldeingänge von 1.600 Euro hat,
und dies auch nachgewiesen hat. Stempel Kosul Hofer.
Diese Bescheinigung wird bei einem beglaubigten Übersetzer auf Thai übersetzt, fertig.

Mir unverständlich, warum Leute, die sich um nichts kümmern, dann zu dubiosen Vermittlern gehen.
Als ich einmal wegen eines Unfalls im Gips, nicht gehen konnte, hab hatte ich mir einen seriösen "Bevollmächtigten" genommen.
Kernpunkt sehe ich darin, sich selber die Konsularbescheinigung zu beschaffen.

Das machen alle ehemaligen Selbständigen, die in Pattaya zB. von ihren Wohnungsmieteinnahmen aus Deutschland leben,
oder die durch eine Erbschaft oder eine Geldschenkung, Anspruch auf monatliche Zahlungen haben,
und eben keinen Rentenbezug haben.
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Udonexpat
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Re: Vorsicht vor "gekauften" Aufenthaltsgenehmigungen

#8

Beitrag von Udonexpat »

[quote="DisainaM";p=57643] fährt er nach Pattaya zu Konsul Hofer,
und lässt sich eine Konsularbescheinigung ausstellen,
[/quote]

Danke für den interessanten Beitrag!
Berechnet Konsul Hofer dafür die gleiche Gebühr, wie die Deutsche Botschaft?
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DisainaM
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Re: Vorsicht vor "gekauften" Aufenthaltsgenehmigungen

#9

Beitrag von DisainaM »

er hatte sie im letzten Jahr gerade erhöht, 500 Baht,

weshalb einige Expats nun zum italienischen Honorarkonsul gegangen sind,
der als Südtiroler ebenfalls eine EU Konsularbescheinigung ausstellt, jedoch nur für 300 Baht.
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Udonexpat
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Re: Vorsicht vor "gekauften" Aufenthaltsgenehmigungen

#10

Beitrag von Udonexpat »

[quote="DisainaM";p=57654]er hatte sie im letzten Jahr gerade erhöht, 500 Baht,
[/quote]

Ist ja immer noch deutlich preiswerter, als die 40 Euro bei der Deutschen Botschaft, die ich jedes Jahr bezahle, plus Porto, Rückporto, etc.
Vielleicht ein Grund, mal zur richtigen Zeit in Pattaya Urlaub zu machen! :wink:
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