Thailändische Geisterhäuschen

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Hancock
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Thailändische Geisterhäuschen

#1

Beitrag von Hancock »

Hier ein interessanter Bericht über Geisterhäuschen in Thailand: :-)

http://www.geo.de/GEOlino/mensch/52107.html

In dem Artikel ist keine Rede von den Ahnen. Leben die zusammen mit den anderen Geistern in den Häuschen? :gruebel:

:wai:
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phimax
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Re: Thailändische Geisterhäuschen

#2

Beitrag von phimax »

Hancock hat geschrieben:Leben die zusammen mit den anderen Geistern in den Häuschen?
Nein, sie sind -wenn ich es bisher gichtig verstanden habe- auf der Reise in den oder durch die Daseinsbereiche.
Auf die sich daraus ergebene Frage, ob die 'Landgeisterwelt' Teil der Daseinsbereiche ist,
in denen sich Ahnen aufhalten könn(t)en, finde ich auf die Schnelle keine Antwort.

Da es aber im Theravada keine Seele in dem uns bekannten Sinne gibt (Nicht-Selbst),
muß man sich über die Ahnen in diesem Zusammenhang wohl eher keine weiteren Gedanken machen.
Gruß Mek
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DisainaM
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Re: Thailändische Geisterhäuschen

#3

Beitrag von DisainaM »

Ahnenaltäre sind im Hausinneren, also im Wohn oder Esszimmer, wenn es sich um ThaiChinesen handelt,
im Moment kann ich mich nicht dran erinneren, jemals Ahnenbilder und Altäre in einem Buddha-raum im Haus gesehen zu haben.

Bei Geisterhäusern ist die Vorgabe, wie sie im Artikel erwähnt ist,
dass kein Schatten auf das Haus treffen soll, bestimmt die erste Vorgabe.
Die Vorgabe, sie am Ende des Grundstückes zu plazieren, tritt meines Wissens dahinter zurück.

Was die Sache nun komplizierter macht, dass die verschiedenen Gemeinschaften in Thailand unterschiedliche Umsetzungen der Vorgaben befolgenm
sodass ein Kenner an der Plazierung des Geisterhauses bereits ein Konfessionsbekenntnis der jeweiligen Gruppierung ablesen kann.

Was die Sache noch komplizierter macht, jede Gruppierung baut denn auch mit ihren eigenen Leuten,
kommt da ein alleinstehender Farang daher, und fragt bei der Baufirma einer Gruppierung nach einem Preisangebot,
so bekommt er ein Werk, dass die Merkmale dieser Gruppe trägt,
baut er nachher mit einer anderen Gruppe weiter aus,
entsteht aus Thaisicht ein Mischhaus, indem niemals Harmonie einkehren kann,
dass deswegen als Immobilie uninteressant ist.

Diese Faranghäuser sind dann eben nur für Farangs, weil sie aus Thaisicht falsche Häuser, ausserhalb der Harmoniegesetze sind.

Will nun ein Farang ein Haus bauen, sollte er vorher mit einem thailändischen Geisterdoktor den gesamten Hausinnenplan, als auch den Bau des Geisterhauses fertig voraus planen,
tut er dies nicht, praktiziert er ein chaotisches Stückwerk, dass nur ein Zeugnis seiner Unkenntnis ist.

Thailändisches Fengshui gibt es als Begriff nicht, man trägt diese Lehren nicht nach aussen,

nach aussen manifestiert sich nur ein Geisterhaus
Zuletzt geändert von DisainaM am 20.10.2011 03:45, insgesamt 1-mal geändert.
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tschaang-frank
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Re: Thailändische Geisterhäuschen

#4

Beitrag von tschaang-frank »

phimax hat geschrieben: Da es aber im Theravada keine Seele in dem uns bekannten Sinne gibt (Nicht-Selbst),
muß man sich über die Ahnen in diesem Zusammenhang wohl eher keine weiteren Gedanken machen.
Meine Erfahrung der letzten Jahre,
viele Thais haben so gut wie kein Wissen ueber Siddarta und seiner Lehre !
Ich versuche gar nicht mehr in der Familie und Ferundeskreis das Thema anzusprechen um sie nicht weiter in verlegenheit zu bringen.
Bei der letzten Zeromonie in unserem Wat habe ich nochmal einen kleinen Test gestartet. Da die ganze Decke des Wat's voll mit Wandmalereien ist - fast alles mir bekannte Geschichten aus seinem Leben - habe ich "dumm" nachgefragt was da den dargestellt ist, konnte mir keiner beantworten :eyeroll:
Sie rennen zwar alle in die Wat"s machen die Zeromonien mit, sind feste am beten aber von der Lehre haben sie anscheinend verdammt wenig Wissen !!??
Geisterhaueser, Geisterglauben hat mit der Lehre, mit Siddarta ja nun auch verdammt wenig, bis gar nichts zu tun !

Da faellt mir noch ein, soweit ich das mitbekommen habe sind die Geisterhaueser in erster Linie fuer die "Grundstuecksgeister" da - also auf jedem Grundstueck leben ja schon immer Geister und wenn man nun so "frech" ist und auf deren Grundstueck baut muss man ihnen ein eigenes "Heim" schaffen indem sie sich Wohl fuehlen ! Man will ja nicht das die Geister mit ins eigene Haus einziehen !
Zuletzt geändert von tschaang-frank am 20.10.2011 11:45, insgesamt 3-mal geändert.
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tschaang-frank
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Re: Thailändische Geisterhäuschen

#5

Beitrag von tschaang-frank »

Habe da uebrigens eine sehr nette Abhandlung ueber Buddhismus und wie "man" u.a in TH damit umgeht, wer sich fuer Siddarta interessiert sollte sich das mal durchlesen:

http://www.dhamma-dana.de/buecher/Buddh ... chheit.pdf" onclick="window.open(this.href);return false;
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phimax
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Re: Thailändische Geisterhäuschen

#6

Beitrag von phimax »

tschaang-frank hat geschrieben:Meine Erfahrung der letzten Jahre...
Nicht nur deine.
Ich suche mittlerweile meine Antworten bei Nicht-Thai.
Zu dem Thema fand ich im Vorwort zu 'Der Weg in die Freiheit' folgenden Satz:
Die Religion, die sich aus dieser Lehre entwickelt hat, ist im Laufe der Zeit hauptsächlich zu einem sinnentfremdeten Ritualbuddhismus geworden.

Die Geisterhäuser entstammen dem Aninimismus und wurden mit in den Buddhismus aufgenommen. Daher entspricht m.E. nicht alles Buddhas Lehre, was man in TH an 'religiösem' so sieht und mitbekommt.
Gruß Mek
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DisainaM
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Re: Thailändische Geisterhäuschen

#7

Beitrag von DisainaM »

Vielleicht ist es tatsächlich so, dass der Buddhismus, der eine intellektuell nüchterne und den Intellekt fordernde Religion ist, nur so lange überleben konnte durch die Vermischung mit Ritual und Aberglaube. Neben der Suche nach dem inneren Licht gibt es nahezu unendliche animistische und brahmanistische Rituale. So findet man im Alltag und überall in Thailand Amulette, heilige Tattoo´s und Geisterhäuser. Selbst ein einfacher Zwirnsfaden ( Sa Khot ) der von einem Mönch gesegnet wurde verspricht Schutz und Glück.


Die Liste von unbuddhistischen Ritualen die sich mit Göttern, Geistern und Ahnen befassen könnte viele Seiten füllen. Die Thais die sehr von Erfurcht und Angst den Geistern gegenüber geprägt sind lassen nichts unversucht sich mit diese zu arrangieren. Selbst die Flugzeuge der Internationalen Fluggesellschaft Thai Air dürfen erst ihren Dienst antreten nach dem sie von Mönchen in einer grossen Zeremonie gesegnet wurden.
Ich möchte euch hier ein paar Gebote aus dem thailändischen Aberglaube im Alltag vorstellen. Einige werden euch vieles besser verstehen lassen und manche werden euch sicher zum schmunzeln bringen.
- Mittwoch ist ein Unglückstag, an ihm werden keine Reisen, Unternehmungen oder Umzüge begonnen. Das bringt grosses Unglück. In Ländlichen Gegenden haben sogar Friseure am Mittwoch geschlossen , weil eh niemand kommt.
- Rahu Kin Chan ( Mondfressergeist ) Bei Mondfinsternissen versucht dieser Geist den Mond zu verschlingen. So werden bei beginn einer Mondfinsternis alle geweckt um gemeinsam Lärm zu machen und den Geist zu vertreiben. Schwangere Frauen müssen sich eine Nähnadel an die Bluse stecken da sonst der Geist in das ungeborene übergehen kann.
- Phii Pungtai , dieser Geist hängt sich an Sternschnuppen. Sie glauben das es eine Seele ist die wiedergeboren wird, Man sollte niemanden darauf aufmerksam machen wenn man eine Sternschnuppe sieht das die Wiedergeburt sonst scheitern könnte.
- Sitzt eine Schwangere auf einer Türschwelle wird sie eine schwere Geburt haben
- Bezeichnet eine Schwangere andere Kinder als hässlich so wird sie selber ein hässliches Kind bekommen
- Isst eine Schwangere Früchte die zusammengewachsen sind so wird sie Zwillinge bekommen.
- Schlangen würden Schwangere niemals beissen.
- Kriecht eine Schwangere unter dem Bauch eines Elefanten , so wird sie eine leichte Geburt haben. Selbst in Bangkok zahlen viele den Elefanten Treibern Geld dafür das sie unter dem Elefant durch kriechen dürfen.
- Beim Kochen sollte die Tochter des Hauses niemals singen , sie bekommt sonst einen alten Mann.
- Beim Essen sollte nicht gesagt werden das es gut schmeckt, wenn das die Geister hören könnten sie einen mit Bauchschmerzen bestrafen.
- Kinder werden immer als hässlich bezeichnet, damit die Geister nicht aufmerksam auf sie werden und sie mit Neid peinigen.
- Wenn Glühwürmchen ins Haus fliegen werden Gäste kommen.
- Stösst du beim Essen auf denkt jemand an dich.
- Beim Essen mit der Familie sollte man nicht gleichzeitig aufhören, da man sonst zusammen sterben wird.
- Hört man beim verlassen des Hauses einen Gecko rufen, dann sollte man seine Pläne besser verschieben, es könnte was schlimmes passieren.
- Sieht man unterwegs Tote Tiere, sollte man keine Bemerkung darüber machen, sonst könnte einem ein Unheil wiederfahren.
- Bei einer Hochzeit darf kein Geschirr kaputt gehen, da die ehe sonst in Scheidung endet.
- Wird beim Hochzeitsessen, dass Essen für die Mönche ausgegeben so fassen Braut und Bräutigam den Schöpflöffel beide zur selben Zeit, wer am dichtesten zur Schöpfstelle greift wird in der Ehe das Sagen haben.
- Am Hochzeitstag wird das Ehepaar von alten Frauen die eine lange Ehe geführt haben mit einer Matte oder einem kleinen Teppich geschlagen. Daraufhin werden sie eine lange und glückliche Ehe haben.
- In der Hochzeitsnacht versuchen beide Ehepartner als letztes einzuschlafen, da der, der zu letzt einschläft auch als letztes stirbt.
- Wer seine Finger- oder Fußnägel abends oder nachts schneidet wird sich in einen bösen Menschen verwandeln.
- Fegt man nachts die Wohnung oder das Haus darf der Schmutz niemals aus dem Haus geworfen werden ( erst am nächsten Morgen ) , da sonst Geld niemals lange im Haus bleiben wird.
- In Dämmerung beginnen Geister die Erde heimzusuchen, deshalb sollte man nie beim Übergang von Tag zur Nacht einschlafen, es könnte sein das die Geister in den Schlafenden eindringen.
- Unterschreibe niemals ein Dokument mit einem Roten Stift. Es bedeutet dein eigenes Todesurteil. Rot ist die Farbe des Blutes. Auch Briefe sollten weder in Rot geschrieben noch adressiert werden. Die Bestatter schreiben den Namen des Verstorbenen in Rot auf den Sarg.
- Leichen wird eine Geldmünze in den Mund gelegt , damit sie bei der Seelenwanderung nicht ganz Bargeldlos da stehen. Nachdem sie verbrannt wurden versuchen die Angehörigen die Münze in der Asche zu finden, sie bringt grosses Glück.
- Wenn das Alter an den Sarg geschrieben wird werden oft ein paar Jahre dazu geschummelt, um den Geistern einen Denkzettel zu verpassen.
- Frauen deren Brüste gerade nach vorne zeigen werden als Gattenfresserinnen ( Khon kin pua ) bezeichnet. Ihnen werden die Ehemänner wegsterben.
- Erscheint in einem Haus ein kleiner Sand- oder Ameisenhaufen bringt das Glück.
- Man sollte nie auf die Schwelle eine Hauses treten, sondern immer darüber hinweg, um die Geister im Haus nicht zu verstören.
- Zuckt das rechte Augenlid wird die Person weinen.
- Zuckt das linke Augenlid wird die Person Lachen.
- Um den Charakter einer Frau zu beurteilen muss man sie beim Kochen beobachten. Ist sie beim Umgang mit Stössel und Mörser hektisch hat sie ein „Heisse Herz“. Das bedeutet die Ehe wird sicherlich Problematisch aber sie hat auch Feuer im Blut. Arbeitet sie ruhig mit dem Stössel ist sie umsichtig und anständig.
- Ist ein Kind erkrankt können Rituale helfen, bei schlimmeren Erkrankungen kann das Kind von einem Mönch adoptiert werden, was es sicher heilen wird.
- Wird ein Kind immer wieder krank nach dem ihm die Haare geschnitten wurden so möchten die Geister nicht das, dass Kind kurze Haare hat. Müssen die Haare aber später z.B. beim Schulanfang gekürzt werden, so werden die Geister mit Ritualen beschwichtigt, dazu werden ihnen Spielfilme vorgespielt.
- Ist ein Kind regelmässig krank so schert man ihm den Kopf, bis auf einen Zopf am Oberkopf des Kindes.
- Grosse Ameisenhaufen und Bäume sind Wohnorte von Geistern.
Auch in täglichen Floskeln spiegelt sich der thailändische Aberglaube wieder. Die Thais fragen nicht wie geht es dir? Da böse Geister die , die diese Frage mit gut beantworten aufsuchen. Statt dessen ist die häufigste Frage : Wohin gehst du? ( Pai nai? ) Auf diese Frage wird aber im Grunde keine ernsthafte Antwort erwartet. In aller Regel folgt darauf nur ein pai thiau ( gehe spazieren oder mache einen drauf )
http://forum.pattayafriends.net/thread-421.html" onclick="window.open(this.href);return false;

Die Bezeichnung Aberglaube für der Geisterglauben spiegelt in der Begrifflichkeit bereits den christlichen Fundamentalismus wieder,
die eigene Richtung zu verabsolutieren und andere Glaubensrichtungen als Fehlglaube oder Aberglaube zu qualifizieren.

Wie irrwitzigdieser Ansatz ist, sieht man an der Integration der Santeria ins Christentum,
http://de.wikipedia.org/wiki/Santer%C3%ADa" onclick="window.open(this.href);return false;
wo man in Brasilien kurzerhand der dortigen Geisterglauben ins Christentum aufgenommen hat.
http://realbrazilantonia.blogspot.com/2 ... teria.html" onclick="window.open(this.href);return false;
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