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Geschmacksverstärker machen krank...

Verfasst: 06.08.2010 07:23
von Lanna
...das lese ich immer wieder, und versuche mich entsprechend in meinem Konsum zu verhalten.

Deshalb war ich auch so stolz, endlich eine Kartoffelchipsmarke gefunden zu haben, die kein Natriumglutamat enthält.
Gestern las ich, wie dieses in schlechten Ruf gekommene Mittel, auch anders deklariert wird. Z.B. Hefeextrakt.

Ich schaute auf die Tüte, und tatsächlich...HEFEEXTRAKT! :heul:

Wer sich interessiert, hier ein paar Auszüge und Links die ich in dem Zusammenhang herausgesucht habe:
- Glutamat ein Mastmittel
- potentielle Ursache von Übergewicht und Fettsucht
- Übergewichtsprobleme unter Kindern
eine Portion Tütensuppe oder einer Packung Chips (150g)
enthält soviel Glutamat wie
120 EIER ODER 7,5 KILO ZWIEBELN...
6kg Schweinefleisch oder 4,2 kg Möhren...
4,2 kg Rindfleisch oder 1kg Tomaten oder 75 Liter Kuhmilch…
Glutamat hat viele Namen:
· Glutaminsäure (E620)
· Natriumglutamat (E 621)
· Kaliumglutamat (E622)
· Calciumglutamat (E623)
· Magnesiumglutamat (E624)
· Ammoniumglutamat (E625)
· Hefeextrakt
· Würze
· Speisewürze
· Sojawürze
· fermentierter Weizen
· Oder ganz versteckt: Aroma (darf z.B. bis 30% Natriumglutamat enthalten


Re: Geschmacksverstärker machen krank...

Verfasst: 06.08.2010 07:30
von Tramaico
Der bekannteste und verbeiteste Geschmackverstaerker ist... Salz und dann natuerlich Fett.

In Maßen ist der Trick. Wie eigentlich immer bei allem und jedem. :wink:

Re: Geschmacksverstärker machen krank...

Verfasst: 06.08.2010 09:29
von Lanna
Zucker, Salz und andres verstärkt sicher auch den Geschmack. Gemeint ist hier aber Glutamat.
Hier ein Auszug, um es deutlicher zu machen:
Glutamat im Futter - Ratten fressen doppelt soviel

Nur durch die Beigabe von Natriumglutamat im Futter wird die Appetitregulation bei Ratten aller Altersgruppen massiv gestört und auch bei erwachsenen Tieren die Fresslust gewaltig gesteigert: So hatten mit Glutamat gefütterte Ratten sowohl nach 30 als auch nach 90 Tagen doppelt so viel gefressen wie unbehandelte Ratten und gut dreimal so viel getrunken.
Wenn ein Koch einen Teelöffel Glutamat in die Suppe rührt, sind das vielleicht 3g. Mit dieser Menge – ins Gehirn appliziert – könne man nach Hermanussen und Gonder etwa 70000 Ratten dazu bewegen, 259kg Futter über ihren Appetit zu fressen.
Ich weiß, wir sind keine Ratten...
...und wer spritzt das Zeugs schon ins Gehirn?!
Hinzu kommt die Wachstumsbeeinträchtigung:
Die Fütterung von schwangeren Ratten mit Mononatriumglutamat führte in den Experimenten, die das Team um Hermanussen durchführte, zu einem deutlich niedrigeren Geburtsgewicht bei den Ratten-Kindern. Die Fortführung der Glutamatfütterung während der Stillzeit an die Mütter führte zu weiteren Wachstumsverzögerungen. Rattenkinder, die 30 Tage lang 2,5g Natriumglutamat ins Futter bekamen, hatten nur halb so viel Wachstumshormon im Blut wie die ohne Glutamatzusatz ernährten.

Vergleiche: Michael Hermanussen und Ulrike Gonder: "Der Gefräßig-Macher. Wie uns Glutamat zu Kopfe steigt und warum wir immer dicker werden." Stuttgart 2008
Wie beim Tier - so beim Menschen
Hier ein Experiment am Menschen:
Dass Fettsucht tatsächlich auf eine Störung des Glutamat-Haushaltes zurückzuführen ist, verdeutlicht auch folgendes Experiment:
Hermanussen gab stark übergewichtigen Menschen ein Medikament (Memantine), das für Alzheimer Patienten zugelassen ist, und das die schädliche Wirkung von Glutamat an den Rezeptoren der Nervenzellen unterbindet. Schon wenige Stunden nach der Einnahme bemerkten die Probanden, dass ihr übermäßiger Appetit zurückging und sie sich satt fühlten und nicht ständig essen mussten. So machten die wiederkehrenden Essattacken einem normalen Wechsel von Hunger und Sättigung Platz, entsprechend nahmen die Versuchspersonen auch rapide ab.

Vergleiche: Michael Hermanussen und Ulrike Gonder: "Der Gefräßig-Macher. Wie uns Glutamat zu Kopfe steigt und warum wir immer dicker werden." Stuttgart 2008
Fördert Glutamat weltweit Übergewicht?

Mit Hermanussens Studie wird zum ersten Mal gezeigt, „dass ein vielverwendeter Nahrungszusatzstoff, (E 620 – E625), in Mengendimensionen, die nur ganz schwach über der täglich mit der üblichen Nahrung aufgenommenen Menge liegt, ein beachtenswertes Potential zur Störung der vom Sättigungszentrum gesteuerten Regulation des Appetits aufweist und dadurch den Hang zu weltweit verbreitetem Übergewicht fördert!“
Zitat aus o.g. Link.

Re: Geschmacksverstärker machen krank...

Verfasst: 06.08.2010 09:51
von doc-bryce
die, die am meisten glutamat verwenden sind chinarestaurants in deutschland.

Re: Geschmacksverstärker machen krank...

Verfasst: 06.08.2010 10:09
von tomtom24
Tramaico hat geschrieben:Der bekannteste und verbeiteste Geschmackverstaerker ist... Salz und dann natuerlich Fett.

In Maßen ist der Trick. Wie eigentlich immer bei allem und jedem. :wink:
Salz und Glutamat sind keine Geschmacksverstaerker in dem Sinn. Es sind eigene Geschmaecker (eigene Geschmacksrezeptoren). Glutamat ist uebrigens definiert als "wuerzig" so wie Zucker als "suess" und Salz als "salzig". Ueber Fett streiten die Wissenschaftler derzeit noch, aber erste Versuche zeigen wohl, dass auch Fett (was wir ja auch als Geschmacksvertaerker sehen) einen eigenen Rezeptor hat.

Im uebrigen ist Glutamat natuerlicher Bestandteil vieler Lebensmittel. Beispielsweise von Tomaten, Pilzen, Fleisch und Käse.

Re: Geschmacksverstärker machen krank...

Verfasst: 06.08.2010 10:13
von maesot
doc-bryce hat geschrieben:die, die am meisten glutamat verwenden sind chinarestaurants in deutschland.
Das stimmt so nicht. Auch Thairestaurants bedienen sich sehr gerne. Und in Thailand gibt es fast gar nichts ohne Glutamat.

Re: Geschmacksverstärker machen krank...

Verfasst: 06.08.2010 10:18
von tomtom24
Ist ja auch nichts daran auszusetzen. Oder kennst Du Speisen, die bei uns ohne Salz sind? ;-)

Re: Geschmacksverstärker machen krank...

Verfasst: 06.08.2010 10:22
von maesot
tomtom24 hat geschrieben:Ist ja auch nichts daran auszusetzen. Oder kennst Du Speisen, die bei uns ohne Salz sind? ;-)
Salz halte ich in Massen unbenklicher als Glutamat. Glutamat ist ein reiner Geschmacksverträger und trägt rein gar nichts zur Würze
oder besserem Geschmack bei.

Re: Geschmacksverstärker machen krank...

Verfasst: 06.08.2010 10:33
von tomtom24
Dann hast Du meinen Beitrag nichtgelesen: wir bezeichnen Glutamat zwar als Geschmacksverstaerker. Allerdings ist es das nicht (mehr). Es steht fuer den 5. Geschmack: wuerzig (umami glaub ich heisst's). Denn es hat - genauso wie die 4 anderen Geschmaecker (suess, salzig, sauer, bitter) einen eigenen Rezeptor.

Davon abgesehen, ist auch Glutamat ein Salz - das Salz einer Aminosaeure, und zwar der Glutaminsaeure ;-)

Re: Geschmacksverstärker machen krank...

Verfasst: 06.08.2010 10:38
von ReneZ
Technisch gesehen ist das korrekt, aber Glutamat wird nicht wegen seines Geschmacks eingesetzt
(der wirklich unauffällig ist), sondern wegen seiner Eigenschaft als Geschmacksverstärker.

Ich kenne übrigens mehrere Leute die beim Essen von Glutamat Kopfweh bekommen (am Stirn),
gerade in meiner Familie. (Selbst habe ich das nicht).

Gruss, René